21.12.2023

Jetzt beginnt die magischste Zeit des Jahres: die Zeit, in der niemand Emails liest, zumindest keine beruflichen. Ich liebe das, und da ich ausschließlich Kund:innen habe, die bis zum Januar auch keinen Handschlag mehr tun, kann ich langsam durchatmen und entspannen. Wie schön, draußen geht die Welt unter, Orkanwarnung in Düsseldorf, im Gartenhaus sitzt eine Horde Teenager und betet, dass das WLAN nicht wieder ausfällt, und der Starkregen ist stark genug, dass niemand ins Haus kommen möchte, aber noch nicht so stark, dass der Keller vollläuft, es ist also alles genau perfekt. In 20 Minuten ist der Nudelauflauf fertig, ich habe langsam gut durchdrungen, wie man eine halbe Handballmannschaft plus Arthur ernährt, und dann bete ich auch, dass das Internet nicht wieder ausfällt, meine Abendplanung beinhaltet mindestens einen „Film fürs Herz“, wie mein Vater das immer nannte.

Morgen muss ich vielleicht noch zwei Belege für die Buchhaltung suchen, wobei ich einen sofort finden werde, den anderen bestimmt auch, und dann muss ich nur noch die Firmen-Weihnachtsemail verschicken. Und jetzt weihe ich Sie in mein Supergeheimnis ein. Ich schicke die Weihnachtsemail nämlich seit Beginn der Selbständigkeit immer als Allerletzte, morgen um 16.30 Uhr haben die meisten für mich beruflich relevanten Leute nämlich schon Urlaub, und dann – tadaaa – kriege ich alle Autoresponder, in denen steht, wer zu welchem Datum wieder im Büro erreichbar ist, also kann ich dann entsprechend planen, wann ich wieder im Büro erreichbar bin. Und wenn ich in zwei Wochen wieder loslege und irgendwelche Infos von irgendjemandem brauche, kann ich schnell im Autoresponder nachgucken, ob die Person überhaupt schon wieder im Dienst ist, oder nicht. Danken Sie mir später.

Kritische Zeitgeister können jetzt anführen, dass die Leute dann vor Weihnachten die Weihnachtsgrüße gar nicht mehr lesen. Dazu sei gesagt: Ich pflege beruflich langwährende Beziehungen, die Leute wissen also, dass es einen Weihnachtsgruß geben wird, und einzelne Eingeweihte wissen sogar von meinem Autoresponder-System. Darüberhinaus liest in meiner Subdisziplin die Mehrheit der Menschen notgedrungen einmal täglich sowieso heimlich Emails, ich ja auch, und für die kleine Anzahl an Menschen, die das nicht tun, bleibt die große Freude, wenn im neuen Jahr die Emails inventarisiert werden und dort dann noch ein netter Gruß von mir wartet. Ich denke, das System ist wasserdicht!

3 Gedanken zu „21.12.2023“

  1. Liebe Frau Herzbruch, ich wünsche Ihnen und Ihrer Famile ein schönes Weihnachtsfest mit funktionierender Heizung und ohne krankheitsbedingte Ausfälle mit hohem Erholungsfaktor (ich hoffe, ich habe alles reingepackt!)
    Mit herzlichem Gruss Brigitte

  2. Coole Strategie, dieser späte Mailversand! 😀
    Ich wünsche Familie Herzbruch entspannte und gesunde Feiertage mit null Pannen, und alles genau so, wie es für Sie passt. Frohe Weihnachten und guten Start ins nächste Jahr!

Kommentare sind geschlossen.

Consent Management Platform von Real Cookie Banner