Herzbruch in Curaçao – Teil 10

Vorab muss ich zwei Sprachfragen klären. Heißt es eigentlich „in Curaçao“ oder „auf Curaçao“? Klugscheißer werden jetzt sagen „auf“, es ist ja eine Insel, andere Klugscheißer werden sagen, es heißt „in“, ist ja eigenständig, und ich sage ja auch nicht „auf England“, und jetzt könnte wieder ein Klugscheißer sagen, dass die Insel ja mehr Länder hat als England, und dann würde mir langweilig, also lassen wir das einfach. Die zweite Sprachfrage ist die nach der korrekten Vergangenheitsform von „schwimmen“. Ich weiß nicht, woran es liegt, ich bin hier etwas sprachverwirrt, ich spreche mit der Familie natürlich Deutsch, mit allen anderen Niederländisch, wenn wir alle sprechen wollen, sprechen wir Englisch, und aus Versehen musste ich gestern zweimal Spanisch sprechen, und wir alle wissen, dass ich nur in Italien gut Spanisch spreche, wenn ich versuche, einzelne italienische Wörter zu sagen. Jedenfalls schreibe ich ja nun seit 10 Tagen sehr regelmäßig darüber, dass Ona und ich irgendwo hinschwimmen, und ich weiß genau, dass es im Präsens „schwimmen“ heißt, dann kenne ich noch „geschwommen“ sehr gut, aber jeden Abend, wenn ich angetüdelt hier sitze, weiß ich nicht, ob die Imperfekt-Form „schwammen“ oder „schwommen“ lautet. Ich habe mich das also schon 10 Tage gefragt, war aber immer zu müde, um es nachzusehen, also habe ich irgendwas geschrieben, und so werde ich es auch heute halten. Ich kann jedoch mit voller Überzeugung sagen, dass es auf Niederländisch „ik zwom“ heißt und auf Englisch „I swam“. Deutsch wird sich irgendwo dazwischen einpendeln, und da ich ja schon mein gesamtes Leben sehr gerne schwamm oder schwomm, ist es eigentlich unerklärlich, wieso ich das vergessen habe.

Heute jedenfalls haben Ona und ich uns wieder in aller Herrgottsfrühe, das ist leider dank abgeschlossener Zeitverschiebung – damn – 9 Uhr, die Handtücher gepackt und sind zum Daaibooi gefahren, weil wir die Hoffnung hatten, doch noch Schildkröten erschnorcheln zu können. Schildkröten waren keine da, also sind wir wieder rechtsrum aus der Bucht rausgeschwommen, und suchten da ein paar schöne Orte, die wir uns angucken könnten. Ich habe das Fieber gestern doch noch ordentlich gemerkt, außerdem war mir nach einer Stunde schon recht kalt, obwohl ich in Bewegung war, also kehrten wir auf halber Strecke um – eigentlich wollten wir zum Playa Porto Mari schwimmen, wo wir schon waren – zu touristisch für unseren Geschmack und mit Eintritt – aber das Meer ist ja für alle da, wir dürfen hinschwimmen, wo wir wollen, allerdings nicht mit müden Beinen und Kalt.

Unterwegs fanden wir noch spannende Felsen im Wasser mit Tunneln, und weil wir uns ja versprochen haben, dass wir nicht in Höhlen oder Tunnel tauchen, bricht die Geschichte an dieser Stelle leider ab.

Später fuhren wir dann mit dem untermotorisierten Reisebus – meine erste Fahrt im Mini wird ein großer Spaß, wenn ich da voll durchtrete, bin ich in Köln – nach Willemstad, meine Nichte brauchte noch Souvenirs, alle wollten den Sonnenuntergang an der Brücke gucken, und dann wollten auch noch alle Fisch essen, bis auf Ona natürlich, also machten wir all das, und das war sehr schön. Ich bin allerdings auch heilfroh, nicht in der Stadt zu wohnen, sondern im Norden bei den Stränden. Da sind wir perfekt aufgehoben.

Morgen früh, also gleich, müssen wir um 7.30 aufstehen, weil wir wieder nach Willemstad eiern müssen. Ona taucht das Tugboat, ein Schiffswrack, ich schnorchele oben drüber und hoffe, dass ich ein bisschen hinterhertauchen kann, um ein paar schöne Videos zu machen. Eigentlich wollte ich in der Zeit zum Director’s Beach schwimmen vom Tugboat aus, das sind 500 Meter, und das Gebiet soll sich mehr als lohnen, gute Korallen, gute Fische. Allerdings gibt es dort auch ordentlich Strömung, und wenn ich nicht gestern so geschwächelt hätte oder alternativ nicht allein schwimmen müsste, würde ich das sofort machen, aber vermutlich muss ich morgen einfach mal selber die Erwachsene sein und am Tugboat bleiben. Aber auch das wird sich lohnen, ich bin mir sicher.

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