19.12.2023

Eventuell wächst die Situation mit den weinroten Docs mir etwas über den Kopf, ich bin so ein Klemmi, ich möchte keine weinroten Schuhe mit schwarzen Taschen tragen, naja, mit braunen sowieso nicht, das käme ja niemandem in den Sinn. Inzwischen sind sie fast eingelaufen, es gibt ein kleines Unwohlsein am Vorderfuß, da, wo sich irgenwann ein Knick bilden wird, aber gut, halfway there, jetzt nur noch durchhalten, das Schlimmste ist geschafft. Der Taschensituation hatte ich mich ergeben, im Prinzip plane ich Anschaffungen ja seit etwa zwei Jahren nur noch final, und ich habe eine recht ansehnliche Auswahl an gleichen Handtaschen, ich benutze genau zwei Modelle, ein größeres, ein kleineres, je nachdem, was transportiert werden soll, dazu ein mittleres sehr businessmäßiges, mit dem man zum Beispiel ein Notizbuch zu Gericht tragen kann, und eine kleine Laptoptasche, wenn ich mal beruflich irgendwo A4 und einen Laptop transportieren muss. Alle Taschen sind genau gleich, genarbtes Rindsleder, ohne Logo und Schnickschnack, die großen sind braun und schwarz, die kleinen sind schwarz, petrol und knallrot. Business nur schwarz, das ist ja dann Funktionswäsche, quasi. Ich hätte geschworen, dass ich damit zeitlebens hinkomme, but well, dann kamen die braunen Docs, die weinrot waren, und dann ging ein Feuerwerk der Anpassung aller Lebensumstände los. Momentan bin ich an dem Punkt, an dem ich eine neue Garderobe für den Flur plane, da ich aus Versehen zwei neue Taschen aus den gleichen Leder kaufen musste, eine weinrot, eine „Mistral“, blaugrau, die hätte ich wirklich gar nicht gebraucht, aber wir wollen hier niemanden verurteilen, dieser Blog ist ein geschützter Ort. Da ich tatsächlich nahezu täglich eine andere Tasche mitnehme und die bisherigen einen festen Ort haben, an dem aber keine zwei weiteren wohnen können, muss nun alles umgeplant werden, damit ich die neue tägliche Rotation widerstandslos beginnen kann, und da im Flur eigentlich kein Platz ist für eine Taschengarderobe, werde ich wohl umziehen müssen, aber nun, die weinroten Docs sind fast eingelaufen, ich will den Schmerz nicht umsonst erlitten haben, also ziehe ich das jetzt durch. Umzug hin oder her.

Sie wissen wahrscheinlich so gut wie ich, dass ich mich neben Broterwerb mit diesem Thema beschäftige, um mich nicht mit der kaputten Heizung beschäftigen zu müssen. Herr H. befindet sich in einer Phase tiefster Verdrängung und beschäftigt sich neben seinem Broterwerb nur noch mit der Recherche zum Thema „was schenke ich den drei Teenagerkindern meines Bruders, wenn die mit 17 kein Holzspielzeug mehr wollen“, ich kaufe Schuhe, dann Taschen, dann eine neue Wohnung. Jede:r findet hier den eigenen Weg, mit der Situation umzugehen. Derweil läuft die Pumpe tapfer weiter, der Satz „die kann aber jede Sekunde für immer ausgehen“ ist schon komplett vergessen. Also antizipiere ich für nächsten Samstag folgende Situation: Die Pumpe wird kaputtgehen und wir machen es uns vor dem kleinen Heizlüfter gemütlich, während wir die nächste Corona-Erkrankung auskurieren. Um uns rum haben nämlich exakt alle Leute jetzt Corona, auch die, die wir nach irgendwelchen Handballspielen im Auto transportiert haben, und die sind dann Weihnachten alle wieder gesund, wir gucken halt mal. Vielleicht ja Win Win, ich habe bei den zwei bisherigen Runden ja sehr unter Schüttelfrost gelitten, dann ist es eh total egal, ob geheizt wird oder nicht.

7 Gedanken zu „19.12.2023“

    • Ja klar. Üblicherweise habe ich Taschen und Co von Coccinelle. Die beiden Großen sind Hobo Bags, etwa so wie heute das Modell Priscilla, aber ohne Schnickschnack und mit silbernen Beschlägen. Die Kleinen heißen Trinity und sind sehr praktisch.

      Da es dort aber kein gutes Weinrot gibt, bin ich jetzt ausgewichen auf Mandarina Duck, kann aber direkt sagen, dass die beiden Taschen schön sind, aber nicht so gutes Leder (meinen persönlichen Geschmack angesetzt) wie Coccinelle, viel härter und steifer. Da habe ich zwei verschiedene Crossbody Bags der Serie „Mellow“ gewählt, Crossbody ist die Freundin der bandscheibengeschädigten Frau.

    • Ja, der wurde bereits in den Ring geworfen. Ich denke, ich habe in der Vergangenheit öfters gezeigt, dass es den wirklich gibt 😉

  1. Hochinteressant. Als Ein-Taschen-Mensch (genauer: LWS-verträglicher Rucksack) wüsste ich gern, wie Sie Stamm-Inhalt handhaben. Vor allem einmalige Dinge wie Notizbuch, Bürozugangskarte, Geldbörse (Taschentücher, Lippenpomade, Ibu, Aciclovir kann man ja in jeder der Taschen haben). Ich weiß von Menschen, die dafür eine kleine Innentasche haben, die immer in die wechselnden Taschen übertragen wird.

    • Ich habe auch eine Zeit lang so kleine Taschen in den großen Taschen gehabt, in denen ich alles hatte. Das mache ich inzwischen nicht mehr. Heute ist das System wie folgt: Es gibt eine sehr kleine Anzahl von Dingen, die ich immer mitnehme, und zwar: Portemonnaie, Labello oder Lippenstift, kleine Handcreme, Kaugummi, Ibuprofen, kleines Handgel. Handcreme und Gel sowie Ibu habe ich einfach in jeder Tasche, Rest packe ich täglich um, dauert aber nur 10 Sekunden. Schön, wenn man dann in der Bahn sitzt und die falsche der beiden Taschen auf dem Esstisch mitgenommen hat, seitdem neuerdings Kontroll-Zwangshandlung. Muss ich die Lesebrille mitnehmen, müssen die anderen Teile eventuell gegen sehr kleine ausgetauscht werden, wenn ich eine kleine Tasche mitnehme. In den großen Taschen ist alles in etwa 10facher Ausführung, was mich total nervt, deshalb nehme ich die nur mit, wenn es einen guten Grund gibt, weil niemand sie jemals aufräumt.

  2. Sie sind doch gerade dabei, das Problem zu lösen, denn sicher hat die der neuen Schuhe wegen anzuschaffende neue Wohnung auch eine neue Heizung.

Kommentare sind geschlossen.

Consent Management Platform von Real Cookie Banner