22.06.22

Endspurt. Ich fühle mich noch immer krank, aber bin weit davon entfernt, so krank zu sein, dass ich nicht in Urlaub fahren könnte. Vermutlich ist diese Familie hier die durchgetestetste (das ist kein hübsches Wort) Familie Deutschlands, und jetzt wissen wir ja nach 12 Jahren Pandemie, wie es ist: Man kann das Virus nicht wegtesten (leider, und ich möchte offen sprechen, können wir es auch nicht wegignorieren, but whatever, wir sind halt nach wie vor negativ, und da Herr H. in so einer Forschungskohorte ist, wird auch regelmäßig kontrolliert, ob er sich vielleicht heimlich symptomlos angesteckt hat, und voila, also er zumindest ist noch Coronajungfrau.

Wir haben begonnen zu packen, das mündete in einer Mischung aus Stress und Vorfreude, beim Kind in Sekundentakt wechselnd. Ich habe vermutlich alles zusammen, habe sogar Kleidung für den Schwarzweiß-Themen-Galaabend (nein, keinen Ringelpulli, das fand ich zu naheliegend), ach nein, nicht alles, am Freitag kommt kurz vor knapp noch ein neuer Koffer, ich musste mich nämlich der Realität stellen und anerkennen, dass mein Kind größer ist als ich, und dass somit all seine Dinge auch größer sind als meine Dinge, und dass es dann ja unlogisch ist, wenn er einen kleineren Koffer hat als ich. Und da wir ja zudem auch ab und an zu dritt in Urlaub fahren, braucht man folglich drei normalgroße Koffer, bislang hatte ich zwei normalgroße Koffer und einen etwas kleineren, der für die mobilien Endgeräte des Kindes vollkommen ausreichten, und was sollte es sonst noch brauchen. Und wenn es dann noch so ist, dass es einen Hartschalenkoffer in Schallplattenoptik gibt, naja, was soll ich sagen, ich hatte keine Chance.

Das fehlt also noch, dann muss vielleicht noch das ein oder andere Teil gewaschen werden, ich wasche seit gestern nur noch Dinge, die ich vergessen habe, ständig fallen mir Einzelteile ein, die großen Linien packe ich wie immer kurz vor knapp. Ich werde also vermutlich die Frau mit den meisten genau gleichen T-Shirts und ohne ein Stück Unterwäsche auf Fuerteventura sein. Und das, wo ich mit Kind reise, what a waste.

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