Herzbruch im Urlaub 4 – Going tourist all the way

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Ja. So sieht das aus, wenn eine eine Reise tut in eine Stadt, in der es brütend heiß ist, so heiß, dass eine in kürzester Zeit drei Liter Wasser trinkt, das sich dann komplett in den Füßen sammelt, dann das passiert, was eigentlich sogar eingeplant war, nämlich Blasen und Schmerzen, weil eine ja so Säuglingfüße hat, die in ausnahmslos allen Schuhen ohne Socken irgendwann Blasen kriegt, aber der heutige Weg sollte ja nur irgendwo hin führen, wo es Sneakersocken gibt, um eine Schuhalternative mehr zu haben (nämlich Sneaker, aber ich hatte keine Sneakersocken, weil ich das eigentlich so nicht trage, naja, egal, hier ist Urlaub, hier mache ich, was ich will), und dann fuhr ich also mit dem Vaporetto ein paar Stationen, um die Füße zu schonen, ging dann die Venezianische Filiale der Florentiner Apotheke, was wirklich ganz hervorragend war, nun gut, nicht so viel zu sehen und erleben wie in der Originalfiliale, aber eine wirklich sehr tolle Verkäuferin, die mich sofort komplett verstanden hat (ich erzählte kurz mein Vorgehen und das Ergebnis vom letzten Jahr nach, wo ich ja neben dem Standardduft zwei für den Sommer kaufte, die aber nie den Status von Patchouli, nämlich als Teil von mir und nicht als irgendwas, was man aufsprüht, erreichen konnte), dann schüttelte sie den Kopf, als ich ihr sagte, ich wolle noch mal Cinquenta und Potpourri riechen, denn Cinquanta, das sei ja wohl total klar, das würde mir niemals gefallen (Recht hatte sie, ich hatte das anders in Erinnerung), und dann überlegte sie, dann holte sie ihr Verkäuferinnenheftchen und las Sachen nach, ging dann zum Regal und sagte: „This is your favourite“, und ja, da lag sie gar nicht schlecht. Ich habe es mal auf dem Unterarm mitgenommen, und morgen greife ich zu.

Tabacco Toscano, das ich letztes Jahr für mich gekauft hätte, wäre es nicht viel zu sehr in der gleichen Richtung wie Patchouli, nämlich das Gegenteil von Sommer und Frisch, hatte ich mir schon wieder anders überlegt: Mein Plan war, dass ich das gar nicht für mich anschaffe, sondern für Herrn H, der ja mit mir zusammen lebt, und dann könnte ich das riechen, ohne es selber tragen zu müssen. Ich erzählte ihr meinen Plan, und dann kam der Höhepunkt des Venedig-Urlaubs: Sie gab mir einfach ein Pröbchen mit für Herrn H, und für mich noch eins vom Potpourri, und dann noch Duschgel und Bodylotion, und dann habe ich mich sehr bedankt und ihr kurz erzählt, was ich letztes Jahr alles gekauft hatte, drei Parfums, Seifen, Kerzen, Zeugs, und da habe ich kein Pröbchen bekommen. Das hat mich sehr erfreut. Jetzt habe ich nämlich noch ein Potpourri Pröbchen und kann mir bis nächstes Jahr überlegen, ob ich das vielleicht doch super finde. Bis dahin trage ich dann Marescialla. Wenn ich mich zwinge, nicht automatisch zum Patchouli zu greifen.

Ach ja. Und dann kaufte ich Sneakersocken und lief zurück nach Hause.

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