Herzbruch im Urlaub 3 – Because we can

Die schönste Nachricht des Tages war eigentlich, dass Familie Novemberregen im Gegensatz zu uns eine Waschmaschine hat und wir deshalb einfach so oft duschen können, wie wir wollen und danach auch jedes Mal eine frische Unterhose anziehen. Es sind die kleinen Dinge, die einen Urlaub wirklich schön machen.

Ansonsten war der heutige Tag warm aber schön. Wir mögen Venedig, es ist so klein, dass man sich jedes Mal wieder wundert, wenn man sich einen Weg überlegt und dann 10 Sekunden später bereits da ist, wir haben inzwischen verstanden, wie man am besten die Route plant, um durch den Schatten zu laufen, in der Sonne ist es nämlich wirklich sehr warm, der Markusplatz hat uns nicht umgehauen, das ist aber okay, wir sind ja nicht für den Markusplatz hier, und ansonsten muss ich wirklich mit großer Überraschung sagen, dass Venedig unglaublich sauber ist. Hier ist ja alles verboten und bei Verstoß sofort absurd teuer, aber wir sind heute über 10 Kilometer gelaufen, das klingt wenig, aber hier ist es ja klein, wir haben also schon ein wenig was gesehen, was wir aber überhaupt nicht gesehen haben war auch nur ein einziges Fitzelchen Müll oder ein Hundehaufen. Das ist so in Flipflops sehr hervorragend.

Die Theorie von Herrn H dazu, dass die Venezianer wahrscheinlich einfach ihre Stadt sauber halten wollen, ist natürlich sehr romantisch, und wie alles, was sehr romantisch ist, somit vermutlich falsch. Ich denke, dass strikteste Verbote und absurde Geldstrafen für Menschen einfach total gut sind. So. Jetzt ist es raus. Ich wohne vis a vis eines großen Kulturdenkmals, das von Anwohnern als große Hundetoilette benutzt wird, und zwar ausschließlich. Als wir einzogen, hatten wir noch den Ehrgeiz, Leuten, die wir beim Nichtaufräumen antrafen, zu bitten, doch ihren Riesenhaufen in den 1 Meter entfernten Mülleimer zu werfen, es hängt sogar ein Tütenspender dort. Wir haben dann wieder aufgehört. Hilft nämlich nix. Das ist das mit der Eigenverantwortung. Wenn ich Leiterin der Welt wäre, gäbe es für Nichtaufräumen pro Häufchen 1.000 Euro Strafe. Für jede Calippoverpackung auf dem Bürgersteig oder im Wald 5.000 Euro Strafe wegen weniger gut abbaubar als Häufchen. (Als Hundehalterin mit Garten kann ich jedoch sagen: Auch Häufchen bauen sich sehr schlecht ab, man muss sie abseits der Wildnis aufräumen, hilft ja nix.)

So. Gegessen haben wir viel und oft, und gleich fahre ich mit Herrn im Dunklen Vaporetto wegen hübsch in der Stadt der Liebe. Wir mussten beide ein wenig lachen.

1 Gedanke zu „Herzbruch im Urlaub 3 – Because we can“

  1. Ich war ja mal (vor 20 Jahren oder so) ein paar Tage in Singapur. Und ja, das hat was. Mir war da ja nicht mal was verboten.

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