Herzbruch in Curaçao – Teil 7

Wir sind gedanklich leider schon wieder am Flughafen, so fühlt es sich jedenfalls an. Ich gucke ständig hektisch auf Apple Maps, um zu kontrollieren, wie viele und welche Strände ich noch nicht geschnorchelt habe und noch muss. Gestern sind wir zu viert, drei Schwestern und ein Ona, nach Willemstad gefahren – Ona wollte trainieren, wir wollten gucken, ob das Landhaus Chobolobo interessant ist, und dann wollten wir noch im Fischerdorf St. Michiel etwas trinken. Chobolobo war geschlossen, sagte ein Mann, und öffnet erst am Montag wieder. Wir fuhren also nach St Michiel und fanden einen schönen, mit Sonnensegel geschützten Sitzplatz vor einer Bohrinsel. Das war lustig. Während hier sonst ja immer alles so aussieht wie gemalt, erinnerte die Bohrinsel etwas an die Dreibeinigen Herrscher, auch mal eine schöne Abwechslung. Wir saßen jedenfalls sehr gut, Ona bestellte ein wirklich gutes veganes Essen, das ist hier explizit erwähnenswert wegen schwierig, ich bestellte frischen Mahi Mahi mit Mangosalsa und Kokosreis, exakt so hatten wir uns das vorgestellt. Sans Oil Rig.

Nachmittags fuhren wir wieder zurück zum Haus, Ona und ich kleideten uns in Badesachen und wir fuhren fix los nach Norden. In der Zwischenzeit war Folgendes übrigens passiert: Aus irgendeinem sehr komischen Grund zog mein Schnorchel Wasser durch das Mundstück. Er ist erst – rechne – fünf Jahre alt, das fand ich enttäuschend. Der dritte Schnorchel in der Reisegruppe war aus der Rubrik Spaßprodukt, den nahm ich mit, der zog aber wie angekündigt ebenfalls Wasser. Wir fuhren also zum Playa Lagun, ich hoffte auf Schildkröten, wir schwommen falschrum aus der Bucht raus, ich soff beinahe ab, weil ich permanent Wasser atmete, wir schwammen also mit einem Schnorchel weiter, filmten ein paar schöne Korallen und fuhren wieder zurück.

Dann hat mein Kind einen Filmriss, glaube ich. Wir haben Substance Abuse Day gemacht, und er musste um 21 Uhr schlafen gehen. Hier blitzte ja schon an der ein oder anderen Stelle durch, dass ich hier bin, um Erinnerungen zu schaffen, und das meine ich wörtlich. Am 1. Juni wird der Katheter gezogen werden, weil ich den offensichtlich leider nur mit dem Kopf gut vertrage, und es gibt für diesen Punkt keinen Plan mehr. Ich verweigere die dann notwendigen Dinge, und das wird sich auch nicht ändern, irgendwann ist ja mal gut. Also schnorcheln wir jetzt hier um unser Leben. Jetzt ziehe ich den Schlafanzug aus und den Bikini an, dann fahre ich schnell einen neuen Schnorchel kaufen, und dann schnorcheln wir richtig rum aus der Bucht raus. Drücken Sie uns die Daumen für Schildkröten.

2 Gedanken zu „Herzbruch in Curaçao – Teil 7“

  1. hach und „.“ immer abwechselnd. und herz.

    zwischenfrage: ich hab bis zu ihrer reise mit curaçao immer ein blaues getränk verbunden, gibt es das dort wirklich? die flasche sieht ja aus, als sei es für substance abuse prima geeignet.

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    • Ja, und es ist ein Skandal – bislang hat noch niemand einen getrunken! In diesem Landhaus ist auch eine Destille, da werden wir vermutlich noch einmal zuschlagen.

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