Ich zähle nicht mehr mit, das macht mich fertig. Außerdem ist ja jetzt bei uns allen sogar schon der nächste Tag, aber gestern war ich erst zu faul und bin dann eingeschlafen, ist ja auch kein Wettbewerb hier. Ich schreibe jetzt Teil 6, und wenn mir danach ist, schreibe ich heute Abend (mein Abend) Teil 7. Während ich dies schreibe, höre ich mit einem Ohr Apofika, damit niemand mit mir spricht, und das meine ich ganz lieb, aber wir sitzen im Kreis und warten, dass der erste Kaffee wirkt, und dann ist ja immer besser, wenn ich was alleine mache. Jedenfalls lerne ich bei Apofika gerade, dass eine 55jährige Frau und ein 60jähriger Mann sich auf einem siebenstündigen Flug kennengelernt haben und dann bei der Landung wegen unzüchtigen Verhaltens verhaftet wurden. Sie saßen in Reihe 1 – ich habe sofort geschaltet, dass ich ja quasi auch in Reihe 1 sitze, zumindest vor einer Wand ohne Reihe davor, ich habe also für den Rückflug verschiedene Optionen zur Verfügung. Eventuell möchte ich jemanden kennenlernen, meine Familie ablenken und dann kurz mitten im Flugzeug vögeln, und dann gehe ich mit einer E-Zigarette auf die Toilette und rauche die. Soll sich ja auch lohnen, wenn ich schon mal außerhalb der Regeln agiere.
Der gestrige Tag stand unter dem Motto „GoPro Snorkel“, und das hat großen Spaß gemacht. Wenn Sie es schaffen, mich über 10 Ecken auf Insta zu finden, können Sie dort einen kleinen Film ansehen, was wir da alles erschnorchelt haben. Es war hervorragend! Leider sind wir am Kleine Knip Strand morgens erst einmal wieder links aus der Bucht rausgeschwommen, da hatten wir nicht sehr gutes Licht, und ich habe jetzt verstanden: Wenn kein gutes Licht ist, sieht man Blau. Schönes Blau, aber das ist doch nicht ganz das Erlebnis, das meine Augen haben. Weiter hatten Ona und ich zwei gegensätzliche Ansätze beim Filmen: Ich habe minutenlang auf irgendwelche langweiligen Szenen gehalten, Onas Videos waren selten länger als 6 Sekunden, in denen fünf Fischen hinterhergejagt wird, das macht schnell seekrank. Wir sind zwei Stunden filmend geschwommen, haben hinterher alles angeguckt, in der Theorie gelernt, nächste Runde wird besser.
Die sollte eigentlich nachmittags stattfinden, nachmittags wollten wir rechts aus der Bucht rausschwimmen, dort sind Korallen und lustige Fische, außerdem mit etwas Glück auch Schildkröten. Dazu kam es aber nicht, da wir um 15 Uhr einfach so gar waren, dass wir nach Hause fuhren. Es war doch sehr, sehr warm. Ich hatte zudem einen kleinen Katheterunfall – leider hatte sich beim Schnorcheln das Ventil gelöst. Na gut, ist dann so, muss das ganze Gelöt wieder komplett abgeklebt werden, ich hatte gehofft, ich könnte es schaffen, nur den Bauch abzukleben und nicht das Ventil, kannze knicken. Der Gedanke, dass meine Blase, das Organ, um dass sich meine Aufmerksamkeit seit 16 Monaten zu jeder wachen Minute dreht und die der Grund ist, dass ich immer einen leichten Geruch von Kodan hinter mir her ziehe, naja, also dass diese Blase jetzt eine Meerwasserspülung erfahren hat, das kann ich gar nicht denken, ohne mich krümmen zu müssen. Es scheint aber nichts passiert zu sein. Ich habe zuhause erstmal den Beutel angehängt, um eine Tümpelsituation zu verhindern, und dann habe ich liegend vier Liter getrunken, und jetzt ist der nächste Tag und es geht mir gut. Surprise. Ich habe eventuell zu viel Grey’s Anatomy geguckt, jedenfalls habe ich den Beutel gestern laufend auf Fischchen kontrolliert.
Das war jetzt also gestern. Heute kommt heute. Aber das muss man ja erstmal machen. Geschwommen wird erst nachmittags, und auch nur ein Quick Dip. Wir werden sehen.