23.09.2023

Ein sehr anstrengender Tag, aber unterm Strich dann doch erfolgreich, und wer von Effizienz getrieben ist, muss sich glücklicherweise um mehr nicht kümmern. Das Kind war gewachsen, es ist ein bisschen wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“, immer, wenn ich meinen Kleiderschrank von Sommer auf Winter oder zurück auf Sommer umräume, kommt das Kind und sagt „Ich habe gar keine Pullis mehr“, alternierend mit „Ich habe gar keine T-Shirts mehr“, und dann motze ich und zwinge ihn, alle Pullis oder T-Shirts, die es in diesem Haushalt gibt, anzuziehen, und dann enden die knapp unterm Bauchnabel, und dann kaufen wir eine komplette Garderobe neu. Interessanterweise wachsen Körper und Füße anscheinend zeitversetzt, somit hat man immer den Spaß, dass man sich gerade von dem Spaß einer Komplettausstattung erholt hat, finanziell wie emotional, um dann vier Wochen später zu hören: „Übrigens Mama, meine Füße sind gewachsen“, und das bedeutet Straßenschuhe, Laufschuhe, Hallenschuhe, Badeschlappen, Birkenstocks, Gummistiefel und Gartenschuhe, und ich sage offen: Ab Größe 47 ist nicht mehr die Frage, was das beste Schnäppchen ist.

So war heute also der Tag, an dem alles außer Winterjacke gekauft werden musste. Ich kenne Düsseldorfs Einkaufsmöglichkeiten wie meine Westentasche, und nun ist es ja nun wahrlich nicht, dass es hier nix gibt, aber für den Teenager gibt es wenig, was ihn begeistert oder – besser noch – ich bereit bin, zu kaufen. Es gibt Dinge, die kaufe ich einfach nicht, weil ich sie nicht unterstützen möchte. Also dachte ich mir, wir könnten doch einfach gemeinsam ins Centro fahren. Als ich (sehr) jung war, wurde es eröffnet, und für ein paar Jahre bin ich dort regelmäßig hingefahren. Dann war ich lange außer Landes, wie schreibt man das eigentlich, dann kam ich wieder und war zu erwachsen, als würde sich das für mich lohnen, ich bin dort nicht die Zielgruppe.

Ona ist komplett die Zielgruppe. Ich hatte gut geplant, wir waren mit der ersten Welle Autos dort, parkten dann superklug, damit wir in Windeseile die Taschen zum Auto bringen können, Ona hatte Läden identifiziert, die er besuchen wollte, ich hatte Läden identifiziert, von denen ich wollte, dass er sie besucht, auf der Hinfahrt habe ich sehr freundlich darum gebeten, dass ich heute bitte zu keinem Zeitpunkt darüber belehrt werde, dass ich zu alt bin, um noch irgendwas von Mode zu verstehen, nur weil ich mich weigere, eine baggy Jeans in Größe XXL zu kaufen, und zwar für ein wirklich sehr schmales Kind, weil man die ja mit einem Gürtel einfach festzurren kann. Ich mag 47 sein, aber – so erklärte ich – es ist ja sowieso so: Das Argument, dass „ALLE DAS JETZT TRAGEN“ ist immer dann falsch oder irre, wenn es in absolut keinem Laden das gibt, von dem man sagt, dass alle das jetzt tragen. Dann möchte man Teil einer Subkultur sein, und das ist ja okay, aber dann kann man seiner Mutter halt auch nicht sagen, dass alle irgendwas tragen.

Egal. Erster Laden, wir fanden direkt sehr viele Dinge, alles war beige. Und weil der Tag so lang war und ich jetzt fast beim kurz Augen-Ausruhen eingeschlafen wäre, schreibe ich morgen früh weiter. Ist ja auch der perfekte Cliffhanger. Wird das Kind noch etwas Farbiges kaufen? Erfahren Sie es morgen.

1 Gedanke zu „23.09.2023“

  1. Mir graut es vor der Schuhfrage hier. Kind, 8 Jahre und Schuhgröße 39 – 41, je nach Laden… Wo das enden soll, frage ich mich seit Tag 1 nach der Geburt…

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