14.11.22

Liebes Tagebuch, heute war ein sehr interessanter Tag. Begonnen mit der Spedition, die um 5.55 Uhr morgens anruft, um anzukündigen, dass sie in den nächsten 60 Minuten da ist (das ist die 4. Lieferung dieser Spedition in den letzten zwei Jahren, in dem Zeitfenster 7 bis 13 Uhr kamen sie immer nach 14 Uhr, aber gut, früher Vogel), dann gab es keine Diskussion, weil man nicht vor der Haustür parken kann, das war eine schöne Abwechslung, machen wir uns nichts vor, dann bin ich dummerweise wieder kurz mit dem Kater eingeschlafen und musste dann etwas hetzen, um um 9 fertig zum Termin zu erscheinen, und dann hatte ich tatsächlich einen beruflichen Termin in Präsenz. Wie aufregend. Ich habe wirklich lange überlegt, aber das war der erste Termin in der gesamten Pandemie, ich glaube, zum letzten hat meine Mutter mich noch gefahren, so lange ist das her.

Der Termin war insofern interessant, da er mit jemandem war, den ich aus dem Fernsehen gut kenne, und manchmal ist es ja so, dass man jemanden wirklich nicht so nett findet, und dann trinkt man zusammen eine Cola und der Mantel fällt runter, und dann hebt der Doofe ihn auf, man plaudert nett, dann sagt er auch noch ganz nette und kluge Sachen, und zack hat man plötzlich den Verdacht, dass es einfach im Zweifelsfall von Markus Lanz rüberschwappt, eigentlich ist die Person ja sehr nett. Erstaunlich. Gibt es auch genau andersrum, habe ich gehört.

Ansonsten war heute schon wieder Teenager-im-Gartenhaus-Tag, und obwohl ich ja immer finde, dass alle hier pennen können sollen, musste ich dann heute doch die Reißleine ziehen. Seit Wochen ziehen hier freitags zwei weitere Teenager ein, dann hängen sie alle rum und gehen hin und wieder als Alibi mit dem Hund in den Wald, und sonntagsabends ziehen sie wieder aus. Gestern war die gesamte Handballmannschaft da, heute waren wieder Handballkinder da, und Freitag wollen alle zusätzlich zu den beiden, die eh schon jedes Wochenende kommen, hier pennen. Mir ist es im Grunde ja egal, aber auf den ersten Blick konnte ich das nicht so visualisieren. Wir besprechen das morgen noch mal. Aber wenn jetzt die nächsten 5 Jahre jedes Wochenende 8 Teenager im Gartenhaus liegen, naja, vielleicht habe ich dann aber auch einfach ein ganz zufriedenes Kind mit einem swingenden Sozialleben, und da muss ich noch mal eben drüber nachdenken.

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