07.02.2024

Eigentlich wollte ich mit Frau N bloggen, wir hatten nämlich Event und nach meinem alkoholfreien Januar habe ich jetzt, also nach zwei Gläsern Sekt, einen leichten Schwips, Frau N musste einen Pfannekuchen machen, und ich dachte, ich könnte dann parallel bloggen, quasi betreut wegen Schwips, aber nein, da sagte sie dann Tschüss und ging weg. Der Sekt, den ich trank, war übrigens einer derer, die im Schrank standen, da stehen die guten Gastgeschenke und die teureren Sachen, die ich meist anlassbezogen kaufe, um sie dann zu öffnen. Im Gespräch stellte sich eben heraus, dass ich nun öfter Frau N besuchen muss, weil sie inzwischen eine zweistellige Anzahl Champagner rumstehen hat, die sonst schlecht wird, und ich denke, dass auch der Monopole Heidsieck, den ich 2011 kaufte für den Tag, an dem ich auf Lebenszeit verbeamtet werde und der seitdem in meine Schrank steht, müsste bald mal weg. Ich plane nicht mehr, mich verbeamten zu lassen, ich denke, ich habe den für mich besten Weg gefunden, meine Existenz zu sichern, dann kann ich den vielleicht demnächst auch mal so trinken. Heute war allerdings noch nicht der Tag, und als ich die Flasche für das Event kaltstellen wollte, fiel mir auf, dass ich keinen Alltagssekt mehr im Haus habe, also so etwas, das man öffnet, wenn man sich nicht doll belohnen will oder etwas ausführlich feiern, sondern einfach nur ein Glas Sekt trinken möchte. Ich wählte aus dem Schrank also diese Flasche aus, und nach dem Chateauneuf-du-Pape-Gate 2014, als Herr H mir für die Bolo zum Ablöschen aus Versehen eine geschenkte 100-Euro-Flasche öffnete, gucke ich ja immer vorher kurz nach, wenn ich Sachen anlasslos öffne. Zu der heutigen Auswahl weiß ich weder, wer sie mir geschenkt hat, noch weiß ich, was sie kostet, ich konnte das auf die Schnelle nicht gut recherchieren. Da ich entsprechend auch nicht weiß, ob die großherzige Spenderin hier mitliest, werde ich mich nicht dazu einlassen, wie er schmeckte.

Jedenfalls – wo wir gerade bei Alkohol sind – möchte ich gerne noch das Rezept für den guten Cocktail teilen, den ich aus Gründen der Bequemlichkeit zuhause nicht nachbauen konnte, was allerdings egal ist, wir fahren ja bald wieder nach Wien. Es wurde danach gefragt, und er ist absolut die Mühe wert. Er hieß in Wien „Old Styrian Oil“ und wurde von dem ganz jungen und schüchternen Kellner, der ihn uns servierte, selber erfunden, er teilte also entsprechend auch gerne alle Geheimnisse mit uns. Die Zutaten sehen Sie auf der Karte:

Und dann war es so: Man nehme den Pflaumenrum, und zwar Ron Johan Old Plum Rum von Gölles und mischt die ganze Flasche mit 250 ml gutem Kürbiskernöl. Dann – und da brach es bei mir im Selbstversuch schon ab – friert man das Gemisch ein paar Tage ein, damit der Geschmack des Kürbiskernöls in den Rum gehen kann oder so, taut es wieder auf und filtert das Öl wieder raus. Dann mixt man in einem Verhältnis nach Geschmack (wir durften beim Mixen einmal zugucken, aber gut, man macht dann halt zuhause irgendwas, vielleicht möchte Frau N noch ergänzen, die hat sich die Verhältnisse besser gemerkt) mit Falernum, das kann man ganz einfach kaufen, wusste ich auch nicht, gibt es als Sirup von Monet, frischer Limette und einem Schuss Angostura Bitter, gibt es auch im Fachhandel. Dann Soda drauf und in einem schönen Glas mit einem schicken Eiswürfel, und fertig ist der beste Cocktail der Welt. Bei mir zuhause schmeckte er leider nicht wie der beste Cocktail der Welt, ich hatte aber ja beschlossen, dass ich weder Lust habe, irgendwas einzufrieren, noch fand ich es sinnvoll, so viel Öl in so teuren Rum zu kippen. Das Öl einfach so ins Glas kippen ist nicht der Weg, Sie können das abkürzen und meinen Worten Glauben schenken, das ist eklig. Ansonsten: Prost!

6 Gedanken zu „07.02.2024“

    • Das ist anzunehmen, ich war jedoch schon froh, den überhaupt gefunden zu haben, ich kenn mich ja nicht aus und habe keine Bezugsquellen.

  1. Hoffentlich gibt es den Cocktail dann aber nächstes Mal in Wien auch noch – nicht, dass sie dort nach der ganzen Vorfreude die Mischung womöglich nur für die Dauer der „Autumn Themed Cocktails“ eingefroren hatten… 😡

    • Ja, ich habe das leider bereits eingerechnet. Sollte es so sein, werden wir den Freitagabend, also nach Nozze di Figaro, dafür nutzen, zu überprüfen, welche saisonalen Cocktails jetzt gut sind, und dann werden wir den ganzen Samstag dafür nutzen, uns auf den Abend, also nach Lohengrin, zu freuen, weil wir einen neuen Lieblingscocktail haben und den unbedingt trinken wollen. Es ist ja alles nur im Kopf.

  2. Der Smiley kommt irgendwie anders heraus als ich wollte – den herausgekommenen hier interpretiere ich als verärgert, das ist Quatsch und war definitiv nicht gemeint!

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