07.11.2026

Heute kam ich zweimal in die Küche und war völlig entsetzt. Beim ersten Mal standen dort zwei Leute, die normalerweise nicht dort stehen, nämlich meine Schwester und ihr Mann. Ich war eine Minute zuvor noch alleine, ich hatte sogar geguckt, wo das Auto, mit dem Herr H. gerade unterwegs war, sich befindet, und ja, es war im Anflug, aber noch nicht da, und mit Ona hatte ich telefoniert. Er war in der Wohnung meiner Mutter, Fische füttern. Eventuell waren es auch fünf Minuten, aber als ich dann aus dem Schlafzimmer, wo ich gerade dem Gefühl nachgegeben hatte, irgendjemand müsse mal Wäsche falten und einräumen, ich wusste gar nicht, wie ordentlich ich bin, wenn ich normal funktioniere, ins Wohnzimmer kam, standen zwei Menschen in der Küche, und dann musste ich laut schreien, und dann mussten alle lachen. Total unspektakulär, nun, dass ich es aufschreibe, Herr H. war vom Einkauf zurückgekommen und hatte die Beiden durch den Wintergarten mit reingenommen. Aber ich bin ja nicht gut in unerwarteten Situationen. Also privat.

Das zweite Mal war dann etwa vier Stunden später. Ich habe heute frei und muss eigentlich nur schlafen und etwas essen. Das habe ich seit einigen Tagen beides nicht sehr regelmäßig gemacht. Meine Mutter ist seit Sonntag im Krankenhaus, aber da möchte ich nicht viel drüber erzählen, nur so viel: Sie ist (immerhin abnehmend, hurra) desorientiert und bekommt nachts Panikattacken und ruft uns dann an und bittet um Hilfe. Dann schläft man nicht mehr. Heute Nacht hat sie nicht angerufen, das war sehr gut, aber ich bin ja deutlich besser darin, Routinen zu lernen als Routinen abzulegen, daher habe ich vorgreifend die dritte Nacht in Folge nicht geschlafen. Jedenfalls sollte heute geschlafen und gegessen werden, das Essen hat in den letzten Tagen vornehmlich Dextro Energen übernommen, das ist ja kein Modell mit Zukunft. Also ging ich gerade in die Küche und war kurz irritiert. Herr H. hatte Wocheneinkauf gemacht, und ich habe bislang nur geguckt, was wir jetzt an Gemüse im Vorrat haben, und weder kann ich mir vorstellen, was er morgen (ich nehme an, es ging um morgen, das wäre unser System) kochen möchte mit: 2 Brokkoli, 2 Schalen Champignons, eine Tüte Blattspinat, ein Kürbis, zwei Zucchini, 2,5 Kilo Kartoffeln, 2 Netze Rosenkohl, ein Blumenkohl, 4 Paprika, eine Gurke, 2 Netze Zwiebeln, Süßkartoffeln, 2 Avocados, Tomaten. Dazu Obst: 10 Zitronen, 1 Netz Mandarinen, 10 Äpfel, 5 Bananen, 5 Kiwis. Im Kühlschrank: 3 Packungen Himbeeren, 2 Packungen Blaubeeren. Große Tüte Möhren und Äpfel für Fiene.

Ich habe dazu folgende Theorie: Er hat evtl. überlegt, wann ich zuletzt etwas gegessen habe, was nicht ein Käsebrot war, und dann hat er einfach alles gekauft, was es gab. Also alles. Vielleicht darf ich mir morgen ja was aussuchen, und dann muss ich gut aufpassen, dass ich nicht sage „Nudelsuppe aus der Dose“, das ist nämlich eine Eskalationsstufe über Käsebrot. Und wenn wir ihm jetzt ungewohnt viel Strategie unterstellen, dann könnte man sogar erklären, warum der Kürbis winzigklein ist. Ich kann mir vorstellen, dass er sicherstellen wollte, dass keinesfalls die Möglichkeit besteht, aus dem Angebot eine Kürbislasagne zu machen. Das wäre aber, was ich mir am meisten wünschen würde.

Sehen Sie hier einen Ausschnitt.

2 Gedanken zu „07.11.2026“

  1. Ofenkartoffeln und gedünsteter Rosenkohl mit Zwiebeln an Gurkensalat

    Kürbis-Möhren-Suppe

    Möhren-Kartoffeln-Durcheinander

    Die im Kühlschrank befindlichen Beeren natürlich zu Quark

    Obst als Snacks zwischendurch

    Apfelcrumble (dabei die sauen Äpfel (am besten Boskopp) mit Zitrone und Zimtzucker anmachen

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