26.05.2022

Vatertag ist ja so ein Konzept, das ich noch erratischer finde als Muttertag. Letzteren habe ich nie groß begangen, in den letzten Jahren drehte sich das durch den Einzug meiner Mutter 80 Meter weiter, da konnte sie meine herzlichen Einladung nicht mehr nicht folgen. Ich erinnere mich, dass ich vor vielleicht 10 Jahren eine Woche vor Muttertag bei meinen Eltern anrief und sie einlud, mein Vater war schon damals krankheitsbedingt nicht mehr sehr unternehmungsfreudig, und sie lehnte ab mit den Worten: „Ich möchte mal einen Tag in Ruhe mit Papa verbringen“, wozu gesagt sein muss, dass meine Eltern durch das Büro im Haus 48 Jahre jeden einzelnen Tag rund um die Uhr miteinander verbracht haben, quasi wie Pandemie für immer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nicht spätestens nach meinem Auszug 1995 der ein oder andere ruhige Tag stattfinden konnte, aber bitte, mir war’s recht, solange nicht erwartet wurde, dass ich mit einem dreijährigen Kind in einem spielzeugfreien Haushalt den gesamten Tag verbringen, weil Muttertag ist und meine Generation scheinbar beim Es-sich-Schönmachen übersprungen wird.

Nun ist es ja so, dass der Dreijährige inzwischen ein Teenager ist und voll transportfähig, um ihn irgendwo zufrieden mit hinzunehmen, braucht es eigentlich nur noch viel Essen und ein WLAN Passwort, und damit ist er quasi die perfekte Schnittmenge zwischen Mutter und Vater, ich mag es, wenn Dinge mathematisch so schön auskommen. Nichtsdestotrotz fanden sich am letzten Muttertag nicht weniger als 11 Gäste hier ein, die irgendetwas feierten, was vermutlich nicht meine Mutterschaft war.

Heute jedenfalls ist Vatertag, da haben wir uns entschieden, wie jedes Jahr einfach nichts zu machen, das Kind wollte auf dem Sofa liegen. Da es sonst ja meistens in seinem Zimmer liegt, hießen wir dies sehr willkommen, und jetzt müssen wir den Hobbit gucken. Ona hat ihn zigmal gesehen, Herr H. mindestens zweimal, ich noch nie. Ich habe nämlich ein Logikproblem. Meine Ausgabe vom Herrn der Ringe ist so eine gebundene mit sieben Bänden. Sechs Bände sind der Herr der Ringe, ein Band ist der Hobbit. Und da wir ja neulich über Dreisatz sprachen: Wenn aus sechs Bänden drei Filme gemacht werden, wie viele Filme macht man dann sinnvollerweise aus einem Band? Richtig. Nicht drei.

1 Gedanke zu „26.05.2022“

  1. Rumliegen, ein schönes Feiertagskonzept.
    Wir waren zu einem Geburtstag in die Gartenküche eingeladen.
    Und haben Menschen getroffen, die wir über zwei Jahre nicht gesehen haben.
    Die Söhne des Geburtstagskindes hatten alles organisiert, das Essen vorbereitet und die Kinderbespassung organisiert.
    Vielleicht macht ja mal Ona alles und Sie können rumliegen.

Kommentare sind geschlossen.

Consent Management Platform von Real Cookie Banner