11.09.2022

Vorhin wurde ich war, es war etwa 6.45 Uhr, an einem Sonntag, was will man machen, inzwischen schlafe ich nachts wieder ganz gut, dafür wache ich halt morgens früh auf, vielleicht ist die Botschaft, dass insgesamt nicht mehr so viel Schlaf möglich ist, was wiederum schade ist, da ich mich ja in einer Lebensphase zu befinden scheine, in der Regeneration von allen möglichen Strapazen nur noch sehr langsam möglich ist, und wenn ich dann nicht viel schlafe, fehlt hintenraus eine ganze Menge Regenerationszeit, und ich sag’s mal so: Wenn ich nach dem Aufwachen in den Spiegel schau, ist nicht mehr meine erste Frage, ob die Haare sitzen, sondern eher, wer die Person dort ist und wer ihr so böse Sachen angetan hat, dass sie jetzt so durch den Wolf gedreht aussieht. Hätte ich drei Stunden länger geschlafen, wäre ich jetzt vermutlich strahlend schön.

Jedenfalls wachte ich vorhin auf und kam aus irgendeinem Traum zurück, der folgenden Gedanken in mir auslöste: Oh, super, das könnte ich ja bloggen, da ist Habeck und Schlesinger gleichzeitig drin.

1,5 Stunden später hab ich tatsächlich ein Endgerät auf dem Schoß, weiß aber beim besten Willen nicht mehr, was ich geträumt habe, was ich daraufhin dachte und was ich dann schreiben hätte wollen. Zu Habeck weiß ich wirklich gar nicht mehr, worum es ging und was ich davon hielt, ich weiß nur noch immer, dass ich denke, er macht das gut, auch wenn der neue Trend ja eher ist, ihn wieder wegzuschreiben. In der Sache hatte er bei Maischberger übrigens recht: Man kann hervorragend aufhören, zu produzieren, ohne insolvent zu sein, und man kann hervorragend insolvent sein, ohne aufzuhören, zu produzieren. Wenn man mit jemandem über etwas streiten möchte, sollte man wenigstens die Begriffe definieren, so dass alle über das gleiche reden. Gut geschlagen hat er sich nicht, nein, aber naja. Er hat auch viel um die Ohren, finde ich. Dass die Union das große Thema Gendern wieder zu ihrem politischen Hauptthema macht, werte ich mal als verstecktes Kompliment für die Ampel. So viel scheint es ja sonst nicht zu sagen zu geben für die beiden Superhengste Merz und Gabriel.

Zu Frau Schlesinger weiß ich auch nix mehr, also nicht aus dem Traum, aber ich habe insgesamt eine Meinung, die eigentlich exakt im Auge des Orkans der Meinungen zu dem Thema ist, ich möchte allerdings aus persönlicher Erfahrung abseits des Öffentlichen Dienstes zwei Komponentenschnipsel hinzufügen, bitte ohne eine Interpretation zu eröffnen, dass ich hier Anführerin der Schlesinger-Ultras wäre, und die wahrscheinlich auch gar nicht so sympathisch wirken, aber in der Sache sehe ich es so: Gehalt, Auto, Massagesitze – in der freien Wirtschaft alles hochnormal. Für eine öffentlich rechtliche Rundfunkanstalt aber vielleicht doch unangemessen.

Punkt 1. Gehälter. Ich kenne die Welt, in der Schlesingers 303.000 Euro für eine Führungskraft ein akzeptables Gehalt sind, und wenn wir den RBB in die Reihe der Intendant:innen einfügen, sehen wir, dass das auch nicht das Ende der Fahnenstange ist.

Quelle: ard.de

Warum ist es dennoch anders, als wenn jemand in einem Wirtschaftsunternehmen so viel Geld verdient? Weil – und da kann ich jetzt nur für einen kleinen Ausschnitt an Unternehmen sprechen, aber mir scheint, dass das System in sich so logisch ist, dass vielleicht auch andere Branchen und Unternehmen das so handhaben – viele Leute sich ihr eigenes Budget erarbeiten müssen. Also so richtig, nicht theoretisch, häufig mit einem Faktor. Stellen wir uns Unternehmen X vor, das hat das Ziel, im Jahr 2022 eine Marge von 20 Prozent zu machen. Dann kann man ausrechnen, dass – bleiben wir bei dem Beispiel – das gesamte produzierende Personal die eigenen Kosten mit einem Faktor von 2,5 wieder reinarbeiten muss, um Overhead und Marge abzudecken, und dann kann man im Prinzip, wenn es zum Beispiel eine Branche ist, wo Bilder gemalt werden, sagen: Okay, der Junior verkauft seine Bilder für 100.000 Euro im Jahr, also darf der 40.000 Euro verdienen, und wenn die Silberrückin kommt, dann werden alle ganz wuschig und wollen Bilder kaufen wie blöd, und damit macht sie im Normalfall 750.000 Euro Umsatz im Jahr, also kann sie nach dem Faktor 300.000 verdienen. Wenn man aber so argumentiert, dass niemand auf der Welt 300.000 Euro im Jahr bräuchte, man hat ja auch einen Kicker und gratis Bioobst, dann kommt halt der nächstgrößere Wettbewerber und schwupps, ist die Dame weg und kriegt halt da 300.000 Euro, nur mit dem kleinen Unterschied, dass dann halt der Wettbewerber 750.000 Euro mehr macht, und man selber 750.000 Euro weniger. Für die juniorigen Kolleg:innen funktioniert das System in der Form noch nicht gut, da bei noch nicht so großer Berufserfahrung häufig davon ausgegangen wird, dass Menschen austauschbar seien. Manche sind das auch. Andere nicht. Und noch eine persönliche Beobachtung: Meines Erachtens ist gar nicht die Frage alleinentscheidend, wieviel man verdient und ob man damit auskommt, irgendwo ist dieser magische Punkt, ab dem man eh auskommt, dann wird aber erstaunlich wichtig, wie man im Vergleich abschneidet. Und ich finde die oben abgebildete Liste schon durchaus interessant. Der Reflex, zu denken „warum krieg ich eigentlich so viel weniger als Kollege X?“ funktioniert sicherlich auch jenseits der 200K, dafür habe ich ein gewisses Verständnis.

Natürlich ist das jetzt sehr grob gezeichnet, und nicht alle Branchen funktionieren so, wie ich mir das gerade erklärt habe, aber für mich ist der Punkt des Anstoßes der: Ich finde Buhrows 413K Euro ein sehr hohes Jahresgehalt für eine gebührenfinanzierte Stelle in einem Unternehmen, das nicht selbsttragend ist, sondern einfach Geld von anderen einsammelt und dann für Dinge wieder ausgibt. Ich möchte das keinesfalls mitbezahlen. Ich finde 413K ein sehr normales Jahresgehalt für eine sich selbst finanzierende Stelle in einem sich selbst finanzierenden Unternehmen, wenn der Gewinn des Unternehmens durch Anwesenheit der Person um ein Vielfaches dieses Gehaltes steigt. Das regelt dann zur Abwechslung wirklich mal der Markt. Auch die leistungsabhängigen Gehaltsbestandteile: Total normal. Wenn du 1,5 Mio Umsatz machst, kriegst du dein Gehalt, wenn du 2 Mio machst, kriegst du 50.000 extra. Win win. Ich verliere das Interesse an diesem Text, aber auch hier fällt es mir sehr schwer, mir Kennzahlen vorzustellen, die bei ÖRR ein solches Vorgehen ermöglichen und rechtfertigen würden, aber da kann ich mich ja täuschen.

Bleibt noch Punkt 2, dieser große Aufreger mit dem Dienstwagen. Dazu sei gesagt: Auch total normal. Dass die Hersteller bestimmten öffentlichkeitswirksamen Personen ihre Autos zu einem Bruchteil des Listenpreises zur Verfügung stellen, ist das System, und in erster Linie profitiert davon der Hersteller. Audi kann sich doch wie bekloppt freuen gerade. Frau Schlesinger wird das Auto ja in erster Linie deshalb so günstig gekriegt haben, weil es für die Marke einfach viel besser ist, wenn sie aus einem Audi aussteigt, als aus einem BMW, wenn sie zum Bäcker geht. Außerdem kann man nach 2 Jahren das Auto dann ja noch prima verkaufen, alles kein Drama. Dass Frau Schlesinger das dann auch annimmt, nun ja. Hätte ich auch. Aus welchem Grund sollte man denn bitte sagen „Nein, danke, ich nehme den A1 mit Stoffsitzen für die gleiche Leasingrate, ich möchte gerne bescheiden bleiben“. Das ist doch Quatsch. Und ich will gar nicht wissen, wie viele Autos Audi gerade losgeworden ist mit der Bitte „Unser Chef möchte so ein Auto wie das viel zu protzige von Frau Schlesinger“. Ich hoffe, das mit den Lieferketten ist inzwischen besser.

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