30.09.2023

Was Sie ja nicht wissen, ich aber, ist, dass ich ja hin und wieder – ach so, doch, das war schon bekannt einst – lehre, ich möchte sagen pro bono, wobei es auch nicht zum Spaß ist eigentlich, dafür ist der Aufwand zu hoch, aber es hilft mir, die Sachen im Kopf geordnet zu halten, das ist ja auch immer wichtig, nicht, dass da was durcheinander geht, man sieht allerortens, wohin es führt, wenn ständig die Gedanken durcheinander gehen. Jedenfalls lehre ich in diesem Semester wieder, dieses Mal aber en bloc, die ganze Geschichte mit der Onlinelehre kam mir nicht entgegen, ich muss beim Lehren rumlaufen, aufstampfen, hektische Tafelbilder malen etc., sonst schlafen alle ein, ich ganz vorne weg. Jedenfalls ist es jetzt vier Wochen vor dem ersten Termin, und prompt erreicht mich die Anfrage, wie das denn sei, man habe da bereits einen Termin, ob man wirklich kommen müsse, wie ist das eigentlich mit der Präsenzpflicht. Es handelt sich bei dem Tag um 25% der gesamten Zeit im Semester, ich denke schon, dass es besser wäre, da hin zu kommen.

Aber das wollte ich gar nicht sagen, viel mehr wollte ich erwähnen, dass ich just heute morgen, also etwa 12 Stunden, nachdem ich mein Loblied auf die Kochbox geschrieben hatte und dort zu dem Ergebnis kam, dass ich eigentlich keine Kochbox bräuchte, aber diese Rezeptkarten für Herrn H sehr praktisch seien, also würde ich weiter dort bestellen… naja, heute morgen sah ich durch Zufall, dass es die Rezeptkarten auch digital gibt. Und da Herr H ja jemand ist, der sich weigert, Dinge im Internet zu tun (Frau N und ich liegen noch immer vor Lachen auf dem Boden, nachdem er einst mit einem Kochbuch „Die besten Chefkoch Rezepte“ nach Hause kam, war gar nicht mal so ein Schnapp, aber gut, immerhin Papier) – er braucht Papier, das war die Botschaft.

Das kann man ja lösen. Ich kann also jetzt einfach die Rezeptkarten ausdrucken, in einen Ordner heften, den ich bereits dafür gekauft hatte, einen sehr schönen, er wird ja in meiner Küche stehen, da will ich keinen grauen Leitz, wobei ich im Büro auch gar keinen grauen Leitz habe, egal, jedenfalls kann ich jetzt variieren. Wenn ich Zeit und Muße habe, mich um die Beschaffung zu kümmern, beschaffe ich selbst und habe dann die Sachen in der Qualität, in der ich sie gerne hätte, und wenn nicht, kommt halt so eine Box, Brühe tauschen wir dann aus. Mensch. Die Entwicklungen sind rasant.

Ähnlich wie die Zeit, auch rasant alles. Heute Abend, naja, besser sei gesagt „heute Nacht“ gehe ich höchst wahrscheinlich in die Disco, in der ich nach dem Abischerz mit der ganzen Stufe gefeiert habe. Die hat nämlich Jubiläum, und dafür hat sie sich ein Revival der Disco, in die ich normalerweise fuhr (wer aus der Gegend ist, weiß: Es gibt nur ein Old Daddy!) und die inzwischen scheinbar dicht gemacht hat, ausgedacht, und es wird Musik der 80er und 90er gespielt, in der einen Disco, in die ich damals ging, zu Ehren der anderen Disco, in die ich damals ging. Herr H. möchte unbedingt hin, er ist allerdings auch nicht morgen abend im Steigenberger zum X-Gänge-Menü mit Krimidinner verabredet, da muss er also nicht sowohl wach als auch genussfähig sein. Ich möchte auch unbedingt hin, ich möchte allerdings auch unbedingt um 22 Uhr schlafen gehen. Da Einlass ab 21 Uhr ist, wird das wohl nix, andererseits bin ich ja jahrzehntelang begeistertste Discogängerin gewesen, und der Gedanke, dass ich exakt das Erlebnis mit exakt der Musik noch einmal haben könnte, hat zumindest schon mal dazu geführt, dass ich das Auto gerade zwischen dem dritten und dem vierten Absatz vorsorglich an die Ladesäule gehängt habe. Sicher ist sicher.

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